Achtsamkeit

Achtsamkeit in der Körperpsychotherapie

Häufig sind wir im schnellen Alltagsgeschehen im Autopilotenmodus unterwegs. Wie beim Auto- oder Fahrradfahren machen wir im Alltag, im Job, bei Begegnungen automatisch das jeweils Richtige, Erforderliche. Oder nicht? Im sogenannten Alltagsbewusstsein ist der Fokus der Aufmerksamkeit auf die Außenwelt gerichtet und unser Denken, Fühlen und Handeln läuft automatisch und schnell. Wir können in unserem Denken und Handeln auf altes Erfahrungswissen zurückgreifen. Dies ist zwar sehr effektiv und auch notwendig. Unser Alltagsbewusstsein ist jedoch kein wirksames Mittel, um tiefere Ebenen unseres Selbst zu erfahren und zu verändern. Deshalb stehen wir beim Ringen um Veränderung oft an dem Punkt, dass wir das Problem mit dem Verstand durchaus gut erkennen, aber die Lösungsversuche funktionieren nicht.

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine Methode der Geistesschulung, die in den östlichen Weisheitslehren seit Jahrtausenden gelehrt und praktiziert wurde. Ihr Nutzen ist inzwischen in den Neurowissenschaften, in der Medizin und für den Umgang mit Stress unumstritten.
In Achtsamkeit wird die Aufmerksamkeit „nach innen“ zu uns selbst gelenkt. Sie ist die neugierige, nicht wertende Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit auf uns im Hier und Jetzt. Dieser Bewusstseinszustand ist eine Art Gewahrsein, in dem mit weitem Fokus auftauchen darf, was sich von uns zeigen möchte. Er ermöglicht uns, Kontakt mit uns selbst im gegenwärtigen Augenblick auf der Ebene der Gedanken, unserer Körperempfindungen und mit all unseren Gefühlen aufzunehmen.
So bringt die Achtsamkeit Licht in tiefere Ebenen unseres Selbst und unserer Selbstorganisation. Wir können die Position eines „inneren Beobachters“ einnehmen, der neugierig und ohne Wertung registriert, was im Augenblick in unserem Geist/Körper geschieht.

Unbewusste Strategien und Automatiken erkennen

Die Brille selbst, durch die wir die Welt sehen, wird deutlicher, mit unseren teils belastenden automatischen Reaktionen, die aus frühen Erfahrungen entstanden sind und kann im therapeutischen Prozess bewusst gemacht und erweitert werden.
Ron Kurtz hat bereits Ende der 60 er Jahre lange bevor die Achtsamkeit in allen anderen Grundrichtungen populär wurde, die Achtsamkeit als grundlegenden Bestandteil in seine Therapiemethode eingebettet. Zahlreiche wissenschaftlichen Studien belegen, wie sich die Praxis der Achtsamkeit auf das Gehirn (Empathiefähigkeit auch und gerade mit sich selbst) auf das Selbstmitgefühl und psychische wie körperlich Gesundheit z.B. Stressreduktion, auswirkt. (siehe z.B.: Jon Kabat-Zinn, MBSR – mindfullness based stress reduction)

„Your home is not in New York or London or Hong Kong. Your home is in every step.“ 
– Thich Nhat Hanh